Inode und seine Story: Vom Zwei-Mann-Betrieb zu Top-Verdienern

Mittwoch, 28. Dezember 2005

Inode und seine Story: Vom Zwei-Mann-Betrieb zu Top-Verdienern

"Wir sind die Guten" - behaupten die Inode-Gründer Michael Gredenberg und Peter  Augustin (beide 30) in ihrer Werbung. Eine dezente Untertreibung für zwei Senkrechtstarter. Vor fünf Jahren machten die beiden 30-jährigen mit Inode zum ersten Mal von sich reden, nun haben sie ihr "Baby" für knapp 95 Mio. Euro an den USMilliardär
John Malone verkauft. 40 Millionen davon dürften für die beiden übrig bleiben.

 

Klage
Als der größte österreichische Telekomkonzern Telekom Austria über die Internettochter A-Online im Herbst 1999 mit dem Breitbanddienst ADSL startete, flatterte bereits zu Jahresbeginn 2000 eine Klage von Inode beim Ex-Monopolisten ein. Goliath würde David beim Internetausbau behindern, so der Vorwurf. Inode war damals gerade mal vier Jahre alt. Gegründet als kleiner Internetprovider 1996 in einer Studentenbude in Wien hatte das Unternehmen unmittelbar vor der Klage mit einem 1998 gegründeten Grazer Hosting-Unternehmen von Nikolaus Offner und Robert Rotman, die dadurch ebenfalls bis zuletzt an Inode beteiligt waren.

 

Gredenberg und Augustin gelten als Paradebeispiel für Understatement
Als Rechtsberater hatten sich die beiden Inode-Gründer den prominenten Anwalt Georg Zanger geholt. Das dürfte auch der einzige Ausflug in die Prominenz gewesen sein. Gredenberg und Augustin gelten als Paradebeispiel für Understatement - ihr Markenzeichen ist der Freizeit-Pulli, zur Pressekonferenz im eigenen Haus ging es schon mal in den Hausschlapfen.

 

"Die New Economy haben wir ausgelassen"
Bereits 2001 hatte Inode 30 Telekom-Wählämter in Graz, Wien, Salzburg und Linz an das eigenen Netz angeschlossen ("entbündelt"), 2.000 enbündelte Kunden konnte man so mit eigener Telekommunikations-Infrastruktur erreichen. Der Schritt in die Entbündelung war
 in durchaus riskanter, ist er doch mit sehr hohen Kosten verbunden. Im großen Stil traute sich neben Inode nur die UTA in dieses Geschäftsfeld. 2002 konnte Inode bereits einen Umsatz von gut 10 Mio. Euro vermelden - eine Verdoppelung gegenüber 2001. Dabei habe Inode seit Anbeginn Gewinne erzielt, betonten die Gründer. "Unser Business-Modell basiert auf Geld verdienen, nicht auf Geld verlieren. Die New Economy haben wir ausgelassen", sagt Augustin 2002.

 

Vorreiter
Vorreiter ihrer Branche blieben die beiden auch weiterhin. Als erstes heimisches Unternehmen starteten sie 2003 mit Internet-Telefonie über die herkömmliche Telefonanalagen. 2006 sollte dem ORF und den Kabelnetzbetreiber durch eigenes Internetfernsehen Konkurrenz gemacht werden. Die Marktführerschaft bei entbündelten Leitungen hatte man schon zuvor erreicht, derzeit hat Inode nach Eigenangaben 57 Prozent Marktanteil in diesem Bereich. Insgesamt beschäftigt Inode zur Zeit 280 Mitarbeiter.

Die Erfolgsbilanz setzten die beiden Österreicher auch in den folgenden Jahren fort, mit dem Erreichten wuchsen auch die Pläne. Zu Jahresende 2004 - wenige Monate nachdem die Bundeshauptstadt vollkommen von Inode entbündelt wurde - holten sie sich einen Finanzpartner an Board, einen Börsegang 2006 wollten sie damals nicht ausschließen. Die zusätzlichen 10 Mio. Euro kamen von den beiden Risikofinanzierern Global Equity Partners (GEP) und Gamma Capital Partners (GCP). Gleichzeitig starte Inode im Ausland, den Anfang machte Liechtenstein weitere Expansionsschritte in Tschechien und anderen osteuropäischen Ländern waren in Planung.

 

Illuminati Privatstiftung
GEP und GCP hielten durch den Einstieg zuletzt 43 Prozent an Inode, die restlichen 57 Prozent blieben bis zuletzt im Besitz der Inode-Gründer. 42,7 Prozent hielt die Illuminati Privatstiftung von Gredenberg und Peter Augustin, 7,05 Prozent Offner und 6,36 Prozent Rotman. (APA)

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